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Pop, Punk, Kammermusik. Rohe Gitarrenriffs und eindringliche Pianoklänge. Mal unsagbar traurig und für kurze Zeit irritierend nah an Schubert-Liedern, dann wieder von süffisanter Leichtigkeit und groteskem Humor. Wer ist der Sänger und Songwriter Robert Gasper? Im Grunde seines Herzens vielleicht ein Punker, gleichzeitig jedoch ein Solitär, der sich jeder vordergründigen Verbrüderung entzieht. Songzeilen wie „Ich wollte niemals Teil einer Bewegung sein“ verraten Herkunft und Heimatlosigkeit im selben Atemzug. Tief im Independent verwurzelt und diesen gleichzeitig hinterfragend, spielt Gasper mit den Klischees der Popgeschichte („Ich sehnte mich nach Rick Wakeman“) und vermischt soziologische Mini-Studien mit absurder Komik („Räumungsverkauf im Pornokino“). Seine ironischen deutschen Texte, seine scharfe, manchmal gnadenlose Beobachtungsgabe paart er mit melancholischen und ergreifenden Melodien. In einem Moment nach Spuren der romantischen Tradition tastend („Vater Rhein“), im nächsten Moment mit peitschenden Rhythmen im Hier und Jetzt. So wird aus jedem Solo-Auftritt ein Parforceritt durch die Extreme und Gasper entlässt seine Zuhörer zuweilen erschüttert und doch mit einem Schmunzeln auf den Lippen.